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Foto: Philipp Schuster/Red Bull Content Pool | Dieser Beitrag ist ursprünglich in der 34. Ausgabe des Sport Business Magazin (01-2022) erschienen.

EXKLUSIV-GESPRÄCH Golf ist längst mehr als nur ein Sport: ein lukratives Business – auch in Österreich. Wir haben Edwin Weindorfer, Founder und CEO der Emotion Group, und Ali Alexander Al-Khaffaf, Head of Golf Projects bei Emotion Sports, zum Doppelinterview gebeten. Ein Gespräch über das florierende Golfbusiness in Österreich, die Kosten eines internationalen Golfturniers, Preisgelder in Millionenhöhe und den boomenden Golftourismus.

Herr Weindorfer, Herr Al-Khaffaf, wie viele Golfspieler gibt es aktuell in Österreich?

Al-Khaffaf: In Österreich haben wir etwa 110.000 Amateurgolfer und mehr als 300 Professionals, die bei der PGA of Austria registriert sind.

Wie viele sind davon Vollzeit-Profis?

Weindorfer: Wenn wir von der Tour sprechen, haben wir aktuell vier bis sechs Spieler. Mit Bernd Wiesberger, »Sepp« Straka, Andreas Schwab und Lukas Nemec haben wir auf internationaler Ebene die besten deutschsprachigen Spieler.

ORGANISATION UND PLANUNG Edwin Weindorfer, Founder und CEO Emotion Group und Ali Alexander Al-Khaffaf, Head of Golf Projects Emotion Sports | © Privat

Welche Auswirkungen hat die weltweite Covid-19-Pandemie auf das Golfbusiness?

Al-Khaffaf: Golf ist ein Gewinner der Pandemie: die Zahl der Mitglieder ist gestiegen, die Golfclubs verzeichneten einen Zuwachs von zehn bis 15 Prozent. Aus Veranstaltersicht erholt sich das Business langsam wieder, auch wenn die Unsicherheit bei Sponsoren nach wie vor gegeben ist.

Die European-Tour läuft nun als DP-World-Tour auf. Welche Hintergründe hat die Kooperation?

Al-Khaffaf: Ende letzten Jahres wurde die European-Tour reformiert und heißt nun DP-World-Tour. Dubai Port stieg als großer Partner ein und so kam es unter anderem zu einer Preisgelderhöhung – von einer Million auf zwei Millionen US-Dollar pro Turnier, um die Tour zu stärken.

Was kostet ein Turnier bei der European- Tour? Wie setzt sich das Budget zusammen?

Weindorfer: Wenn wir von einem DP-World-Tour-Event mit 156 Spielern sprechen, ist das Gesamtbudget bei etwa 4,5 Millionen Euro. Dies beinhaltet das Preisgeld von zwei Millionen US-Dollar, Lizenzgebühren, Cateringkosten für Spieler, Caddies und Begleitpersonen, Reisekosten, die gesamte benötige Infrastruktur, und vieles mehr.

HISTORISCH Sepp Straka sicherte sich im Februar 2022 als erster Österreicher einen Sieg auf der PGA-Tour. | © Marta Lavandier/AP/picturedesk.com

Aus wie vielen Personen besteht ein Planungsteam?

Al-Khaffaf: Das Team besteht aus zehn bis zwölf Personen, die das gesamte Jahr Golfturniere planen. Acht Wochen vor dem jeweiligen Turnierbeginn wird das Team um 40 weitere Personen erhöht, die bis drei Wochen nach Ende des Turnieres eingesetzt werden.

Wie sehr ist der Golfsport auf Sponsoring angewiesen?

Weindorfer: Im Golfsport wird 70 bis 80 Prozent des Umsatzes durch Sponsoring generiert, deshalb benötigen Veranstalter auch starke Titelpartner und Tourismusregionen. Golf ist ein teurer Sport, dementsprechend auch die hohen Preisgelder, die refinanziert werden müssen.

Aus welchen Branchen kommen diese Sponsoren?

Al-Khaffaf: Es gibt einen großen Pool an Branchen und Unternehmen, die an weltweiten Sponsorings interessiert sind. Ein DP-World-Tour-Event wird immer Donnerstag bis Sonntag weltweit bis zu fünf Stunden täglich übertragen. Ein Beispiel ist die Fluggesellschaft Emirates, die mit ihrem Sponsoring eine kaufkräftige und urlaubsaffine Golfzielgruppe ansprechen möchte. Jedes Unternehmen benötigt eine gewisse Affinität zum Sport, um nachhaltig und langfristig von diesen Partnerschaften zu profitieren.

MATTHIAS SCHWAB Der österreichische Spitzengolfer hat ein Jahr mit 23 gespielten Turnieren hinter sich inklusive erster Olympia-Teilnahme. | © Philip Platzer/Red Bull Content Pool

Diverse Krypto-Unternehmen investieren gerade massiv in den Spitzenfußball. Fangruppen stehen dem sehr skeptisch gegenüber. Wie sieht das im Golfsport aus? Ist der Golfsport bereit für die Kryptowelt?

Weindorfer: Die Kryptobranche ist ein interessanter Markt, auch für den Golfsport. Es gibt jedoch gefühlt tausend verschiedene Unternehmen. Hier gilt es, die seriösen Anbieter zu finden. Der Golfsport wird sich nicht dagegen aussprechen.

Al-Khaffaf: Die Kryptobranche versucht vermehrt über den Sport, neue Kunden zu gewinnen. Große Sponsorings konnte man beispielsweise bereits beim Super Bowl, in der Formel 1 und auch bei den Davis-Cup- Finals sehen. Ähnliche Entwicklungen könnte es in naher Zukunft auch im Golf geben.

Welche Bedeutung hat der Golfsport für den Tourismus?

Weindorfer: Länder wie beispielweise Mallorca brauchen den Golftourismus. In den Monaten Mai bis September ist die Insel voll mit Strandtouristen, aber den Rest des Jahres müssen die Hotels mit Gästen »befüllt« werden. Dafür ist der Golftourismus beziehungsweise der Golfsport perfekt geeignet. In Österreich finden wir eine ähnliche Situation vor. Der Golfsport ist mittlerweile auch hier ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Tourismus geworden.

Herr Weindorfer, Herr Al-Khaffaf, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. #

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