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Foto: Wolfgang Jannach | Dieser Beitrag ist ursprünglich in der 35. Ausgabe des Sport Business Magazin (02-2022) erschienen.

COVERSTORY Die Klagenfurter Poolbillard-Ausnahmesportlerin Jasmin Ouschan, 36, ist 10-Ball-Weltmeisterin, 27-fache Rekord-Europameisterin sowie 18-fache österreichische Meisterin. Dabei wurde ihr der Queue buchstäblich in die Wiege gelegt. Selbst nach drei Jahrzehnten Wettkampfsport ist ihr Hunger nach Titel noch lange nicht gestillt.

Schon als Baby sitzt sie am grünen Filztisch im Billardclub ihres Papas in Klagenfurt, mit drei Jahren studiert sie fasziniert das Verhalten der bunten Kugeln am Miniatur-Poolbillardtisch und mit gut sechs Jahren brilliert sie bei ihren ersten Schnupperturnieren: Jasmin Ouschan ist DAS österreichische Aushängeschild im professionellen Billardsport. Im exklusiven Interview mit dem Sport Business Magazin erzählt die ehrgeizige Kärntnerin über ihren Werdegang, die Finanzierbarkeit im Profibillard und die Begeisterung für ihren Präzisionssport.

Billard-Ass Jasmin Ouschan im Interview: »Poolbillard ist ein schöner, aber einsamer Sport«

JASMIN OUSCHAN EXKLUSIV Ein Gespräch über emotionale Erfolge, ambitionierte Ziele, persönliche Auszeichnungen und das TV-Format »Dancing-Stars« als Karriere-Booster. | © Wolfgang Jannach

Frau Ouschan, Ihr Vater Albin, der 2018 verstorben ist, war als siebenfacher Österreichischer Meister höchst erfolgreich im Poolbillard, ebenso wie Ihr Bruder Albin Junior, der sich 2016 den 9-Ball-Weltmeistertitel holte. Wann wurden Sie an Queues und Kugel herangeführt?

Mein Papa war mein größter Motivator und hat mich schon als Kleinkind zu seinen Turnieren mitgenommen. Beim Training hat er mir damals kurzerhand eine Kiste vor den Billardtisch gestellt, damit ich alles genau beobachten kann und bald durfte ich auf meinem Kinderbillardtisch selbst die Kugel anstoßen. Das hat mich fasziniert und diese Begeisterung ist bis heute geblieben.

Wie wird man professionelle Poolbillardspielerin?

Mein Talent wurde bereits sehr früh erkannt. Sicher auch aufgrund der familiären Affinität zum Sport. Aber ich kann mich gut erinnern, dass ich schon im Alter von acht oder neun Jahren die Kinderturniere der Clubs in der Gegend gespielt und gewonnen habe. Weiter ging es auf regionaler Ebene mit den Landesmeisterschaften bis hinauf zu den Jugend-Staatsmeisterschaften, bei denen ich 1996 mit nur zehn Jahren als einziges Mädchen unter den Jungs – eine eigene Mädchenklasse gab es damals noch nicht – den dritten Platz erreichte.

Und bald schon wollten Sie sich mit Erwachsenen messen?

Ja genau! (lacht) Mit etwa elf Jahren durfte ich erstmals beim Damen-Grand-Prix mitspielen – und habe auch da die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen. Das Siegerfoto als kleines Mädchen mit dem riesigen Pokal und den großen Frauen rundherum sehe ich noch immer vor mir. Damals machte schnell das Gerücht die Runde: »Da gibt es ein junges Mädchen aus Kärnten. Die schaut immer so böse, ist aber sehr talentiert.«

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