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Foto: JFK/EXPA/picturedesk.com | Dieser Beitrag ist ursprünglich in der 33. Ausgabe des Sport Business Magazin (04-2021) erschienen.

SKI ALPIN Nach dem Beinbruch bei der Enduro-Rallye und der Trennung von Ehefrau Laura will sich Marcel Hirscher, 32, nun verstärkt seiner beruflichen Zukunft widmen. Der achtfache Skigesamtweltcupsieger, der vor zwei Jahren seine Karriere beendete, steigt in das Skibusiness ein. Mit seiner neuen Marke »Van Deer« will der Salzburger seinem früheren Ausstatter Atomic Konkurrenz machen und zukünftig Weltcupsiege einfahren.

Seine größten Erfolge als aktiver Sportler – darunter 67 Siege bei Ski-Weltcuprennen, acht Gesamtweltcupsiege, sieben Weltmeistertitel und zwei Olympiasiege – hat Marcel Hirscher auf Atomic-Skiern eingefahren. Nun setzt der Jahrhundertsportler dazu an, seinem früheren Ausstatter und allen Herstellern als Skifabrikant Konkurrenz zu machen.

Im Zuge der Eröffnung des neuen Flagshipstores Bründl Sports Ende September 2021 in Kaprun, ließ Hirscher die Katze aus dem Sack und präsentierte die neue, unter seiner Leitung kreierte und entstandene Skimarke »Van Deer«. Eine Skimarke, mit der der Annaberger ebenso erfolgreich sein will wie einst als Rennfahrer. »Dieser Ski wird Weltcuprennen gewinnen«, gibt sich Hirscher selbstbewusst. Bei der Entwicklung des Skis, der im Winter 2021/22 in einer exklusiven Erstauflage von 1.500 Stück in den 31 Bründl Shops in Zell am See, Kaprun, Mayrhofen, Ischgl, Schladming, Salzburg und Saalbach erhältlich sein wird, brachte Hirscher all seine Erfahrungen aus dem Rennsport ein. Das Projekt selbst ist für die lebende Skilegende ein Stück weit Familiensache. Der Markenname ist eine Anspielung auf Hirschers Abstammung, sowie Familiennamen mütterlicherseits. Mutter Sylvia, eine gebürtige Niederländerin, hieß im Mädchennamen Van Deer, was so viel wie »von Hirsch« bedeutet. »Wir sind eine kleine Crew und arbeiten im familiären Umfeld«, betont der Neo-Unternehmer.

VAN DEER Neo-Unternehmer Hirscher mit seiner edel designeten Skimarke. | © JFK/EXPA/picturedesk.com

Family Business

Hirschers Vater Ferdinand ist der »Supervisor«. Ein weiteres Teammitglied ist Marcel Hirschers Bruder Leon, der das Handwerk des Skibauers erlernte. Der Salzburger Outdoorfilmer und Grafiker Sebastian Höllwarth entwarf das Logo und das Design für den Ski. Geschäftsführer der Van Deer GmbH ist Dominic Tritscher, bis vor kurzem Global Sports Marketing Manager von Atomic. Hirscher selbst ist über seine TMS Beteiligungs GmbH Zwei-Drittel-Eigentümer des Unternehmens. Das restliche Drittel ist in Händen der GeMa Beteiligungs GmbH, die wiederum zur Hälfte in Besitz von Tritscher und der Physiotherapeutin Marie-Luise Schrempf ist.

 

Heimischer Produktionsstandort

Hergestellt werden die Ski in Mittersill, wo sich das neu gegründete Unternehmen den Standort mit dem exklusiven Skihersteller Augment teilt. Auch ein »Van Deer« wird auf absehbare Zeit ein exklusives Produkt sein – nicht nur aufgrund der limitierten Stückzahlen. Die Skier sind im Preissegment zwischen 700 und 1.000 Euro angesiedelt. Insgesamt sollen – angefangen vom Kinderski bis zum Rennski – zehn bis 15 verschiedene Modelle angeboten werden. Eine Erweiterung des Angebots über das Produkt Ski hinaus in Richtung Skischuhe beziehungsweise Bekleidung steht im Raum.

Die Entscheidung, das Projekt umzusetzen, sei erst im Juni 2021 gefallen. Damit der Ski auch Weltcuprennen gewinnen kann, hält Marcel Hirscher nach internationalen und nationalen Talenten Ausschau. Nach Möglichkeit soll der Ski bereits nächstes Jahr im Weltcup zu sehen sein. #

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