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Das schaut, hört und liest die Redaktion: Wir präsentieren unsere persönlichen Empfehlungen zu Serien, Dokumentationen, Reportagen, Podcasts und Büchern. Dieses Mal mit dabei: »Der geteilte Rasen« – das neue Buch von Jan Monhaupt, das die letzten Jahre der DDR und die Nachwendezeit aus der Perspektive des Fußballs beleuchtet und die engen Verbindungen zwischen Sport und gesellschaftlichem Wandel sichtbar macht.
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Weitere InformationenDer Geograph und Historiker Jan Monhaupt widmet sich in seinem neuen Buch einer kurzen, aber umso dichteren Phase der ostdeutschen Fußballgeschichte: den letzten Jahren der Deutschen Demokratischen Republik und der unmittelbaren Nachwendezeit. Der Autor konzentriert sich dabei auf einen Zeitraum von nur vier Jahren, in denen sich politische Umbrüche und Entwicklungen im Fußball gegenseitig durchdringen und verstärken. Statt eine chronologische Abfolge von Spielen und Ergebnissen zu liefern, zeichnet Monhaupt ein vielschichtiges Bild dieser Übergangszeit. Seine Stärke liegt in der Verbindung von sportlichen Ereignissen mit den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen jener Jahre.
Der Fußball fungiert hier vielmehr als Blickwinkel, durch den größere gesellschaftliche Dynamiken sichtbar werden. Besonderes Augenmerk legt Monhaupt auf die Ambivalenzen der Nachwendezeit: Aufbruchsstimmung und Zukunftshoffnungen stehen neben Desillusionierung und sozialen Verwerfungen. Auch unbequeme Themen wie Rechtsextremismus und Neonazismus innerhalb und außerhalb der Stadien werden aufgegriffen und in den Kontext eines Staates gestellt, der sich selbst als antifaschistisch verstand.
Das Buch überzeugt durch seine dichte Erzählweise und den gelungenen Perspektivenwechsel zwischen Sport, Politik und Gesellschaft. »Der geteilte Rasen« ist viel mehr als eine reine Fußballchronik; vielmehr zeichnet das Buch ein Bild der Wendezeit, in der der Sport eng mit den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen verknüpft ist. 