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Foto: Austrian Classic

MOTOGP Die Motorrad-WM hat in Österreich eine lange Tradition, denn heimische Piloten sind seit den Anfängen ab 1949 mit am Start. Ein eigenes Rennen hatte man bereits 1927.

Drei Weltmeister und sieben Grand-Prix-Sieger – Österreich hat in der Motorrad-WM keine schlechtere Bilanz als in der Formel 1. Dennoch waren die Zweiradstars hierzulande deutlich weniger gehypt.

 

Erfolgreiche Pioniere

In der WM-Frühphase ab 1949 konnten sich die rot-weiß-roten Piloten mehrmals in Szene setzen. Siegfried Vogel und Beifahrer Leo Vinatzer holten 1951 mit Platz fünf bei den Seitenwagen im Rahmen des Großen Preises von Spanien die ersten WM-Zähler. Wenige Wochen später punktete der Salzburger Leonhard Fassl beim Schweiz Grand Prix in der 350-Kubikzentimeter-Klasse. 1953 begann der kometenhafte Aufstieg des Rupert Hollaus. Beim Spanien Grand Prix machte er in der Achtelliter-Klasse als Dritter erstmals von sich reden. In der Folgesaison darauf dominierte der niederösterreichische NSU-Werksfahrer die Klasse und wurde mit vier Siegen vorzeitig 125-Kubikzentimeter- Weltmeister und auch noch Vizechampion bei den 250 Kubikzentimeter. Allerdings gewann er den Titel posthum, denn Hollaus verunglückte Im Training zum Grand Prix von Italien in Monza tödlich. Fast eine Dekade verging, bis wieder ein österreichischer Biker einen Grand-Prix-Sieg verbuchen konnte. Der Wiener Bert Schneider war beim Belgien Grand Prix 1963 auf seiner Suzuki in der 125er-Klasse nicht zu schlagen.

AUGUST AUINGER »Gustl« mischte in den 1980ern die Motorrad-Szene in Europa auf. | © Kurt Pinter

Die goldenen Achtziger

16 Jahre später schnappte sich Kawasaki- Pilot Eduard Stöllinger an gleicher Stelle das oberste Treppchen in der 250-Kubikzentimeter-Kategorie, nachdem die Werksfahrer aus Sicherheitsgründen den WM-Lauf boykottiert hatten. Rudi Thalhammer, Karl Auer, Harald Bartol und Hans Hummel versuchten sich ebenfalls in der Motorrad-WM, aber erst August Auinger avancierte zum nächsten heimischen Siegfahrer. 1985 siegte »Gustl«, wie der Oberösterreicher von allen genannt wird, beim Großen Preis von Deutschland. In Großbritannien und Schweden wiederholte er dieses Kunststück gegen die Übermacht an italienischen Werksfahrern. Die 125er-WM beendete er in dieser Saison auf Rang drei. Ein Jahr später gewann er erneut Läufe in Großbritannien und Schweden. 1985 war auch das Jahr von Gerd Kafka, der beim legendären GP der Niederlande in Assen von einem Sturz des Dominators Stefan Dörflinger in der letzten Runde profitierte und den Sieg abstaubte. Kafka bewies sein Können aber mit Jahresendplatzierung drei in der 80-Kubikzentimeter-Weltmeisterschaft.

Titelgewinn in den 2000ern

Nachdem die Seitenwagen-WM über fast zwanzig Jahre ein Privatduell zwischen den Schweizern Rolf Biland und Kurt Waltisperg beziehungsweise den Briten Steve Webster und Tony Hewitt war, überraschten die Österreicher Klaus Klaffenböck und sein oberösterreichischer Landsmann Christian Parzer 2001 mit dem Weltmeistertitel. Auch die Tiroler Josef Moser und Manfred Wechselberger sowie der Wiener Michael Grabmüller schafften es als Dritte den Sprung in die Top 3. In den Solo-Klassen war Michael Ranseder von 2006 bis 2009 fixer Bestandteil der 125-Kubikzentimeter-Klasse, holte in China 2007 und 2008 mit Rang sieben seine besten Ergebnisse, 2010 bestritt er noch einige Rennen der neu geschaffenen Moto2. Mit Maximilian Kofler hat Österreich seit zwei Saiso- nen wieder einen Piloten in der WM. Nach vier Wildcard-Auftritten zu Beginn schaffte er den Sprung in die Moto3-WM.

WELTMEISTER IM SEITENWAGEN 2001 Klaus Klaffenböck und Christian Parzer | © Toni Börner

Österreichische Weltmeister

  • 1954 Rupert  Hollaus 125 Kubikzentimeter
  • 2001 Klaus Klaffenböck und Christian Parzer Seitenwagen

Österreichische Grand-Prix-Sieger

  • Klaus Klaffenböck Seitenwagen – 16 Siege
  • Christian Parzer Seitenwagen – 10 Siege
  • Rupert Hollaus 125 und 250 Kubikzentimeter – 5 Siege
  • August Auinger 125 und 250 Kubikzentimeter – 5 Siege
  • Rupert Hollaus 125 Kubikzentimeter – 5 Siege
  • Bert Schneider 125 Kubikzentimeter – 1 Sieg
  • Edi Stöllinger 250 Kubikzentimeter – 1 Sieg
  • Gerd Kafka 80 Kubikzentimeter – 1 Sieg

Österreich GP

Der Große Preis von Österreich für Motorräder wurde erstmals in den 1920er-Jahren ausgetragen und fand nach dem zweiten Weltkrieg regelmäßig bis 1997 statt. Nach 19 Jahren Kehrte die WM 2016 dank des Engagements von Red Bull und KTM nach Spielberg zurück.

  • Vösendorf 1927 bis 1930
  • Salzburg-Liefering 1947 bis 1965
  • Salzburg-Anif-Grödig 1966 bis 1969
  • Salzburgring 1970 bis 1994
  • A1 Ring 1996 bis 1997
  • Red Bull Ring 2016 bis heute

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