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Foto: Common Goal | Dieser Beitrag ist ursprünglich in der 33. Ausgabe des Sport Business Magazin (04-2021) erschienen.

FUSSBALL Der internationale Spitzenfußball ist ein Milliardengeschäft, von dem vor allem Spieler, Trainer, Funktionäre und Berater profitieren. Das soll sich mit der Initiative Common Goal zukünftig ändern. Prominente Fußballgrößen wie Giorgio Chiellini, Jürgen Klopp und Megan Rapinoe, mehr als 30 Trainer sowie globale Brands wie Adidas und DAZN unterstützen bereits das soziale Projekt, um den Fußball fairer zu machen.

Der Fußball ist längst mehr als ein Spiel mit 22 Spielern und frenetischen Fans im Stadion und Millionenpublikum vor den TV-Geräten. Er ist nicht nur die beliebteste Sportart der Welt, er ist zu einem enormen Wirtschaftsfaktor geworden. Klubs, Ligen und Verbände auf der ganzen Welt bieten sich einen fast maßlosen Wettbewerb in der finanziellen Gewinnmaximierung. Die Globalisierung und das Erschließen neuer Märkte tragen dazu bei, dass es nahezu jedes Jahr neue Umsatzrekorde gibt. »Schätzungen zufolge werden durch den Fußball 50 bis 60 Milliarden Euro jährlich umgesetzt«, erklärt Jürgen Griesbeck, seines Zeichens Gründer und Geschäftsführer von Streetfootballworld und der Initiative Common Goal. In seiner Funktion versucht er, einen Bruchteil des Gelds an Leute abzugeben, die es im Leben weniger gut als die Stars der Branche erwischt haben.

Netzwerk für soziales Engagement

Die Reise begann für Griesbeck und sein Team im Jahr 2002, als Streetfootballworld gegründet wurde. »In der Zeit haben wir gelernt, dass Fußball einen wesentlichen Beitrag zur Veränderung vor Ort leisten und die Lebensrealität von jungen Menschen, egal wo auf der Welt, verbessern kann.« Laut Griesbeck gab es schon zahlreiche Organisationen, die den Fußball als Werkzeug nutzten, um unterschiedliche soziale Themen zu bearbeiten.

Erst mit Streetfootballworld wurde es geschafft, viele dieser Organisationen in einem Netzwerk zusammenzuführen. Als Problem erkannte man, dass zwischen den sozialen Engagements und der Fußballindustrie keine direkte Verbindung vorhanden war. Dadurch entstand die Idee, Common Goal zu gründen. Dass diese Idee der direkten »Brückenbildung« auch bei den Profispielern gut ankommt, kann der österreichische Teamspieler Xaver Schlager – Mitglied seit 2020 – bestätigen: »Bei Common Goal hilft man mit seinem eigenen Beruf, seiner Leidenschaft – dem Fußball. Das ist das coole, wenn man mit seinem täglichen Brot andere Leute unterstützen kann.« Nationalmannschaftskollege Konrad Laimer – ebenfalls seit 2020 dabei – sieht dadurch eine Möglichkeit, die positiven Seiten des Fußballs hervorzuheben: »Bei Themen wie der Super League kann ich als Spieler wenig mitreden, aber Initiativen wie Common Goal zeigen, wie einflussreich der Fußball sein kann.« Als Profifußballer gehe es ihm sehr gut, da möchte er auch an andere, die weniger Glück hatten, etwas zurückgeben.

»Unternehmen sind auf der Suche nach Lösungen, um den veränderten Konsumentenanspruch gerecht zu werden. Sie müssen glaubwürdig darstellen, wie sie mit gesellschaftsrelevanten Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit umgehen«

Jürgen Griesbeck | Gründer von Streetfootballworld & Common Goal

Herr Griesbeck, was war Ihre Motivation, die Initiative Common Goal zu gründen?

Es gab zwischen Fußball zur Profitmaximierung und Fußball zur Wirkungsmaximierung keine Verbindung. Es gab und gibt Bemühungen in der Fußballindustrie – Klubs und Spieler beispielsweise haben ihre eigenen Stiftungen. Aber es findet wenig Systematisches statt. Mit der Verankerung des einen Prozent Beitrags im Geschäftsmodell des Fußballs sind wir überzeugt, dass der kommerzielle Fußball nicht nur selbst auch in Zukunft relevant bleiben wird, sondern eben auch sein einzigartiges Potenzial zum Nutzen von Gesellschaft und Umwelt einsetzen kann, und muss.

Die Spieler und Spielerinnen haben den Anfang gemacht und spenden ein Prozent ihrer Einnahmen, inzwischen über 200. Ein Prozent scheint uns sowohl die richtige Symbolik, als auch die richtige Mechanik dafür. Das Portfolio in das derzeit investiert werden kann ist das Streetfootballworld-Netzwerk. Dort wissen wir dank unserer Erfahrung, was die Organisationen in der Lage sind zu leisten.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung des Fußballs? Wieso braucht es Initiativen wie Common Goal?

Wir hatten erst kürzlich Themen wie die Einführung einer Super League oder das Veranstalten einer Fußball-Weltmeisterschaft alle zwei Jahre. Während der Pandemie entwickelte der Fußball erstmals Existenzangst. Es tat sich eine Chance auf, zu reflektieren und zukunftsfähige Schlüsse daraus zu ziehen. Diese Chance wurde leider nicht genutzt. Wir leben in einer Welt, in der es nicht mehr ausreicht, wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Man muss seiner Verantwortung gerecht werden. Der Fußball hat den Vorteil, zu einem großen Teil der Weltbevölkerung Zugang zu haben. Dieses Potential wird allerdings nicht ausreichend genutzt. Der Fußball transportiert keine gemeinsame Nachricht und keine Vision.

»Wir kooperieren heute mit etwa 150 Organisationen in rund 100 Ländern. Auf der ganzen Welt wird täglich mit rund zwei Millionen Jugendlichen gearbeitet.«

Jürgen Griesbeck | Gründer von Streetfootballworld & Common Goal

Der Fußball ist ein globaler Markt, wie global ist Common Goal?

Wir sind sowohl mit den verschiedenen Projekten auf allen Kontinenten vertreten als auch mit den Mitgliedern der Bewegung, also den Athleten und Athletinnen, Trainern und Trainerinnen. Wir kooperieren heute mit etwa 150 Organisationen in rund 100 Ländern. Auf der ganzen Welt wird täglich mit rund zwei Millionen Jugendlichen gearbeitet.

Was sind die großen Themen, nach denen Sie Projekte auswählen?

Die Organisationen vor Ort arbeiten vor allem in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Zugang zu Arbeit. Der Schwerpunkt liegt zu über 90 Prozent auf Jugendlichen in benachteiligten Situationen – auch gewaltfreie Konfliktlösung in ehemaligen Kriegsgebieten, sowie Geschlechtergleichstellung, Inklusion und LGBTQIA+ kommen dazu.

GRÜNDUNGSMITGLIED JUAN MATA »Wir wollten neben Mata, der sich als erster für die Bewegung entschieden hat und diese dann auch mitgründete, mit einer ›Startelf‹ an die Öffentlichkeit treten. Das haben wir nicht geschafft. | © Common Goal

Globales Bewirken

Das große Angebot möglichen, zu unterstützenden Projekten auf der ganzen Welt ist ein Plus, mit dem Common Goal Mitglieder für sich gewinnen kann. »Mir hat das gefallen, dass du selbst entscheiden kannst, welche Projekte und an welchem Standort du genau unterstützt«, erklärt Leipzig-Star Laimer seine Beweggründe, sich bei Common Goal zu engagieren.

Der österreichische Teamspieler unterstützt aktuell ein Projekt in seinem Heimatland und eines in Leipzig. »Man kann das ganz individuell aussuchen. Ich wollte was in der Nähe haben. Dort kann man dann auch vorbeischauen, das steht auf jeden Fall an«, erzählt uns Laimer.

 

Ein-Prozent-Regel

Ganz elementar bei der Idee von Common Goal ist die Ein-Prozent-Regel, wonach jedes Mitglied zumindest ein Prozent seines Gehaltes spenden soll. »Es stellt eine niedrige Schwelle dar und sollte ein ›no-brainer‹ sein. Das eine Prozent ist demokratisch, das kann jeder machen, egal, ob mit hohem oder niedrigem Einkommen. Es ist für alle der gleiche Beitrag«, erklärt uns Griesbeck, der aber auch klarstellt, dass das eine Prozent nur dann zum Gamechanger werden kann, wenn alle mitmachen.

Zudem unterstreiche die Ein-Prozent-Regel ihre Vorstellung von »radical teamplay«, wie Griesbeck es nennt. Dieser Gedanke durchziehe die gesamte Initiative, denn nur mit radikaler Zusammenarbeit seien die Probleme unserer Zeit zu lösen. »Wir glauben, dass Zusammenarbeit eine der größten Innovationen des 21. Jahrhunderts ist. Es klingt zwar unglaublich, aber viele Probleme sind trotz vorhandener Lösungsansätze ungelöst, weil wir uns nicht auf eine gemeinsame Zielsetzung einigen können. Das ist ein ganz großes Thema für Common Goal«, meint Griesbeck.

Mittlerweile haben sich über 200 Spieler und rund 30 Trainer der Bewegung angeschlossen. Zudem kommen ein paar dutzend ehemalige Spieler, Vereinsfunktionäre, Spieleragenturen und Organisationen rund um den Fußball hinzu. Begonnen hat alles mit Juan Mata im Jahr 2017, einem der spanischen Weltmeister von 2010. Kurze Zeit später folgten Stars wie Giorgio Chiellini, Mats Hummels, Jürgen Klopp und Julian Nagelsmann sowie die weiblichen Vorzeigeathletinnen Pernille Harder, Megan Rapinoe und Alex Morgan. Ein Offenlegen der Spieler- und Trainerverträge gibt es bei Common Goal nicht.

Die Spendensumme beruht auf einem Vertrauensverhältnis zwischen Spendern und Organisation. »Es geht ja nicht darum, genau ein Prozent zu spenden. Wie viel es am Ende ausmacht, ist zweitrangig. Es geht nicht um viel oder wenig, sondern darum, ob man es macht und bereit dazu ist, Menschen zu helfen. Sonst geht es wieder nur um Geld und das ist nicht zielführend«, stellt Wolfsburg-Legionär Schlager klar. Wichtiger für Common Goal selbst ist, dass die Mitglieder ihr Handeln auch öffentlich machen, auch wenn viele prominente Sportgrößen das nicht für nötig empfinden. Nur so könne die Reichweite des Fußballs maximal genutzt werden.

»Bei einer Klubpartnerschaft versuchen wir, die Ein-Prozent-Regel als Opt-out-Klauseln in die Verträge, ins Ticketing, die Stadioneinnahmen oder die eigenen Sponsorenverträge einzuarbeiten.«

Jürgen Griesbeck | Gründer von Streetfootballworld & Common Goal

Gibt es ein großes Ziel, auf das Common Goal hinarbeitet?

Ziel war es von Anfang an und ist es weiterhin, dass dieses eine Prozent zum Standard in der Fußballindustrie wird. Das ergibt bei einem geschätzten, weltweiten Umsatz der Branche von 50 bis 60 Milliarden Euro jährlich in etwa 500 Millionen Euro. Diese Summe würde dann ohne den enormen und Ressourcen intensiven Fundraising-Aufwand zustande kommen und eine Planungssicherheit und strategische Investition ermöglichen. Hier geht es um Wirkungsmaximierung und die kann nur dann passieren, wenn Ressourcen gebündelt werden.

Wir verfolgen aber nicht das Ziel, dass diese 500 Millionen über uns als Organisation abgewickelt werden müssen. Unsere Idealvorstellung ist, dass es die Organisation langfristig gar nicht mehr geben muss, sondern dass alle Stakeholder im Fußball die Common-Goal-Idee in ihr eigenes Geschäftsmodell integriert haben. Wir sehen uns als »Brückenbauer« und Architekten von skalierbaren Lösungen, die am Ende aber von allen getragen werden. Wenn alle in der Branche das eine Prozent eingebaut haben, können wir Common Goal zumachen.

Wie hoch ist die bisher gesammelte Spendensumme

Ein wenig über vier Millionen Euro. Das ist jedoch nicht die eigentliche Messgröße. Wenn es uns in erster Instanz um das Geld ginge, hätten wir sicher einfachere Wege gefunden. Uns geht es um die Systematik. Derzeit sind wir immer noch in der Phase, in der Leadership und Inspiration derjenigen, die sich zum Beitritt entscheiden, im Vordergrund stehen.

Wie hat sich die Spendensumme über die Jahre verändert?

Wir wollten neben Juan Mata, der sich als erster für die Bewegung entschieden hat und diese dann auch mitgründete, mit einer ›Startelf‹ an die Öffentlichkeit treten. Das haben wir nicht geschafft. Als Juan dann aber den Mut bewies und allein die Bewegung vorstellte, wurde es einfacher – Giorgio Chiellini, Megan Rapinoe, Alex Morgan oder Mats Hummels folgten schnell und seither wächst die Bewegung kontinuierlich. Sie wächst aber noch nicht exponentiell. Dafür braucht es Ligen, Wettbewerbe oder Strukturelemente wie das Transfersystem.

4 MILLIONEN EURO SPENDENSUMME  »Es geht nicht um viel oder wenig, sondern darum, ob man es macht und bereit dazu ist, Menschen zu helfen« | © Horn of Africa Development Initiative/Keny

Wie versucht man, weitere Unterstützer zu finden?

Einzigartig ist das Beispiel von Giorgio Chiellini, der uns einfach eine E-Mail geschrieben hat. Aber das ist leider eine Seltenheit, dass Spieler aktiv auf uns zukommen. Es gelingt immer mehr über das Netzwerk, dass Spieler, die schon dabei sind und Vertrauen in uns haben, darüber sprechen. Das ist interessanterweise bei den Frauen viel selbstverständlicher als bei den Männern. Da gibt es eine aktive Zurückhaltung.

Werden Spieler dazu animiert, in ihren Vereinen Werbung für die Initiative zu machen?

Auf jeden Fall. In der aktuellen Phase ist es fast wichtiger, dass die Spieler über Common Goal sprechen, als dass sie das Geld spenden. Common Goal als Marke ist uns dabei nur insoweit wichtig, dass die Bewegung eine Identität hat und für die Werte steht, die sie tragen. Wir sind nicht daran interessiert, den Markt zu dominieren, sondern dass der Fußball seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht wird.

Was war bisher Ihr größter Meilenstein?

Die Gründung an sich, denn bis dahin hatten wir von 99 Prozent der Leute gehört: »lasst es sein, das wird eh nichts«. Die Ankündigung von Jürgen Klopp auf der großen Bühne des Ballon d’Or als er zum Welttrainer gekürt wurde, sich Common Goal anzuschließen, ist hier ebenfalls zu nennen. Die Hälfte der Spender sind übrigens Frauen. Ein weiterer Meilenstein ist die Zusammenarbeit mit zwei führenden Brands der Fußballbranche: Adidas und DAZN.

»Wir sehen uns als ›Brückenbauer‹ und Architekten von skalierbaren Lösungen, die am Ende aber von allen getragen werden. Wenn alle in der Branche das eine Prozent eingebaut haben, können wir Common Goal zumachen.«

Jürgen Griesbeck | Gründer von Streetfootballworld & Common Goal

Der nächste Schritt

Mit den Kooperationen mit Adidas und DAZN hat Common Goal ein neues Themenfeld aufgestoßen. Die Zusammenarbeit mit in der Fußballindustrie tätigen Unternehmen bringt Common Goal ein Stück weit näher, um das große Ziel zu erreichen: ein Prozent aus der ganzen Industrie für soziale Projekte zu gewinnen. Im Fall von Adidas beschränkt sich die einprozentige Unterstützung derzeit noch auf ein Prozent seiner weltweiten Nettoumsätze aus dem Verkauf von Fußbällen. Neben den globalen Marken sollen in Zukunft auch erste Wettbewerbe Teil von Common Goal werden.

Zahlreiche Weltstars haben sich Common Goal angeschlossen, zuletzt mit Adidas und DAZN auch erstmals Unternehmen. Wo liegt künftig Ihr Schwerpunkt?

Spieler und Spielerinnen, Trainer und Trainerinnen bleiben eine zentrale Gruppe. Dazu der begonnene Weg mit den Unternehmen und nun auch Wettbewerbe wie der UEFA EURO 2024 oder der UEFA Women‘s Champions League. Das gesamte Transfersystem wäre sicherlich auch interessant. In den nächsten Jahren wird sich der Schwerpunkt auf die Systeme innerhalb der Fußballindustrie verschieben.

Wie viel Geld fließt von DAZN und Adidas in die Partnerschaft?

Der Gesamtwert ist jeweils im niedrigsten siebenstelligen Bereich pro Jahr.

Wie profitieren die Unternehmen selbst davon?

Unternehmen sind auf der Suche nach Lösungen, um dem veränderten Konsumentenanspruch gerecht zu werden. Sie müssen glaubwürdig darstellen, wie sie mit gesellschaftsrelevanten Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit umgehen. Hier ist Beratung gefragt. Heute muss ein Unternehmen mehr als wirtschaftlich erfolgreich sein. In Zukunft wird Marktwert und Umsatz davon abhängen, wie authentisch ein Unternehmen vermitteln und auf konkretes Tun verweisen kann.

XAVER SCHLAGER Jährliches Gehalt von drei Millionen Euro, Mitglied seit 2020. | © Michele Marrone

Was sind die Rahmenbedingungen?

Wir nennen es Impact Sponsorship, die nächste Generation von Sportsponsoring. Der Erfolg der Zusammenarbeit wird an der erzielten Wirkung gemessen. Die Kompetenzen sowie Möglichkeiten von Common Goal als soziale Initiative und der globalen Unternehmen spielen hier einen Doppelpass. Am Ende steht die Wirkung, gut für die Gesellschaft, gut für die Umwelt, gut für das Unternehmen und gut für den Fußball zu sein.

Wird es in Zukunft weitere Partnerschaften wie diese geben?

Unser Ziel ist es, jährlich zwei, drei Marken für die Common-Goal-Bewegung zu gewinnen.

Wie sieht es mit Fußballklubs aus?

Es sind schon einige dabei. Der prominenteste ist der FC Nordsjælland aus Dänemark. Bei einer Klubpartnerschaft versuchen wir, die Ein-Prozent-Regel als Opt-out-Klauseln in die Verträge, ins Ticketing, die Stadioneinnahmen oder die eigenen Sponsorenverträge einzuarbeiten. Ich nehme an, dass es die nächsten Monate den einen oder anderen Topklub geben wird, der sich anschließen möchte.

Wonach sucht Ihr eure Partner und Unterstützer aus?

Die Bewegung ist inklusiv, das heißt, jeder kann mitmachen. Das ist uns sehr wichtig. Bei der aktiven Suche halten wir nach Leuten und Unternehmen Ausschau, die ein Profil haben, das andere motiviert. Damit bist du automatisch bei den Topspielern und Topspielerinnen, weil sie die größte Reichweite.

KONRAD LAIMER Jährliches Gehalt von drei Millionen Euro, Mitglied seit 2020. | © MDI

Kritik hinsichtlich Steuervorteilen

Kritik gibt es an der Initiative hinsichtlich vermeintlicher Steuervorteile. Durch die Absetzbarkeit von Spenden verringert sich im Regelfall die individuelle Steuerlast der potenten Spender, was diesen häufig als kluger Schachzug unterstellt wird. Kritiker sprechen davon, dass sich Spieler und Trainer durch ihr Engagement bei Common Goal ein gutes Gewissen oder Image erkaufen wollen – Stichwort moderner Ablasshandel.

Common-Goal-Gründer Griesbeck sieht das unaufgeregt: »Jedes Land bietet die Möglichkeit, Spenden steuerlich zu verarbeiten. Das ist bei einem Profispieler, wie bei jedem anderen Bürger auch, möglich. Ich hatte bislang bei keinem Mitglied das Gefühl, dass das eine Rolle gespielt hätte.« Dies bestätigt auch Wolfsburg-Legionär Schlager, für den die Kritik nicht unerwartet kommt. »Wir stehen im Blickpunkt, weil wir in der Öffentlichkeit stehen. Man muss selbst in den Spiegel schauen können. Es geht nicht darum, Menschen Geld zu geben, sondern auch Werte zu vermitteln«, betont Schlager. Dass derartige Kritik unisono abprallt, bestätigt auch Laimer: »Es wird immer Stimmen geben, die sagen, man könnte noch mehr machen. Man kann es nie jedem recht machen.« #

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